Mit einer nicht zu übersehenen Werbekampagne und einem Fotobericht vom zweitletzten Probeabend im Limmattaler machte der Männerchor Engstringen auf das zum vierten Mal organisierte THEATER SPEKTAKEL vom 1. und 2. Februar aufmerksam. Und tout Engstringen dankte die Initiative des Chores mit einem Besuch. Unter den über 320 Anwesenden an beiden Abenden durften u.a. die Gemeindepräsidenten André Bender aus Oberengstringen und Simon Wirth aus Unterengstringen mit ihren Gattinnen und zahlreiche Delegationen eingeladener Vereine und befreundeter Chöre begrüsst werden.

Schon lange vor Türöffnung wurden die ersten Plätze im Theatersaal belegt und der Abend mit einem Apéro an der Bacchus-Bar gestartet. Auf der Bühne sorgte Dirigent Gunhard Mattes mit seinem Chor während der Hauptprobe bereits für erste Unterhaltung. Das flinke Servicepersonal verwöhnte die Besucher anschliessend mit einem von Anni und Nicky Stadelmann zubereiteten feinen Nachtessen und ausgewählten Getränken.

Und dann ging’s los! Der Moderator begrüsste die Gäste mit den Informationen zum Ablauf des reich befrachteten Unterhaltungsabends und dankte den Inserenten im Programmheft und auf den Werbebannern, den Kulturkommissionen beider Engstringen, den Liederspendern und der Gemeinde Oberengstringen für die tolle Unterstützung.

Mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms eröffnete der Männerchor Engstringen, gefühlvoll unterstützt durch die Pianistin Maria Gerter, den Gesangsteil. Zwischen den einzelnen Vorträgen entlockte Dirigent Gunhard Mattes mit interessanten und auch lustigen Informationen den Besuchern mehrmals ein Lächeln. Zwischen Le vieux Chalet und dem gesummten Amazing Grace folgte die Kleingruppe des Männerchors mit dem Lied In einem kühlen Grunde, welches Eichendorff in seinen Tagebüchern über die unerfüllte Liebe zu Käthchen Förster schrieb. 

Die Comedian Harmonists nahmen das Lied am 7. Januar 1932 in einem Arrangement von Erwin Bootz auf Schellack (Bindemittel in Schallplatten) auf. Mein kleiner grüner Kaktus wiederum von der Kleingruppe vorgetragen und das Ukrainisches Volkslied Shedrik, welches die Geschichte einer Schwalbe erzählt, die zu einem Mann fliegt und ihm prophezeit, dass ihm im kommenden Frühling sehr viel Gutes widerfahren wird, beschlossen den Gesangsvortrag. Lange anhaltender Applaus und rhythmisches Händeklatschen forderten dem Männerchor eine Zugabe ab. Gunhard Mattes nahm diese Gelegenheit wahr, das Saalpublikum zum wechselseitigen Mitsingen des anspruchsvollen Textteiles La, la, la, la … zu bewegen, was nach kurzen Proben wunderbar gelang. Ein stimmgewaltiger Abschluss des ersten Teiles dieses THEATER SPEKTAKELS.

Das Lustspiel Im Ruhestand - ... und verbii isch’s mit de Rueh! von Regina Rösch mit der Mundartbearbeitung und unter der Regie von Daniel Theus erzählt die Geschichte des frisch pensionierten Julius, welcher nach über 43 Jahren die Firma und seine Sekretärin Liselotte verlässt und die im Büro gelernten Führungseigenschaften wie Teambildung, Businesspläne, Jour fixe und Brainstorming nun auch zu Hause umsetzen und weiterführen möchte. Dies so gar nicht zur Freude seiner Ehefrau Theres, welche eine Pension betreibt und mit ihrem Leben eigentlich zufrieden ist. Mit welchen Schwierigkeiten dies verbunden ist zeigt das nach einem Brainstorming mit Mehrheitsentscheid zusammengestellte Mittagsmenue: Vorspeise Lebere Terrine, Hauptgang Fischstäbli und zum Dessert Öpfelmues. Dass sich Julius nach diesem 
Ergebnis schweren Herzens doch für Spaghetti entschieden hat, ist verständlich.

 

Eine nicht erwartete Wende nahm das Lustspiel im dritten Akt, als sich Julius zur Ertragssteigerung des Pensionsbetriebes für die regelmässige Aufführung vom Schatz im Silbersee nach dem gleichnamigen Buch von Karl May – welcher als Schauspieler auch für diesen Teil des Lustspiels das Drehbuch schrieb – entschied. Der Aufritt von Winnetou mit Steckenpferden durch den Theatersaal zum Treffen mit Old Shatterhand wurde mit Applaus begleitet.  Dass der General die entführte Barmaid Rosy im Hölzli – an den Marterpfahl gebunden – festhielt, war nur eine von mehreren Gemeinsamkeiten mit unserem Limmattal und erstaunte die Besucher.

Die Schlussszene mit dem dreimaligen Umkreisen der Reitergruppe eines mit Knallkörpern nachgebildeten Bööggs führte die Besucher ein letztes Mal in unsere Region. Das zufriedene Publikum spendete den Theaterspielern grossen Applaus und liess den abwechslungsreichen Abend entweder im Theatersaal oder an der Bacchus-Bar bei feinen Häppchen, anregenden Cocktails und diskreter Klavierbegleitung gemütlich ausklingen.

Text: Urs Schmied      Fotos: Theo Kempf